Tennisschule  Adrian Schuster

 

 Langsam anfangen

Die Vorhand
Bei den ersten Übungen geht es darum, überhaupt ein Gefühl für den Ball zu bekommen. Das Tempo spielt keine Rolle, das kommt später von selbst. Deshalb beginnt das Training auch im kleinen Feld an der T-Linie. Das Ziel in der ersten Stunde ist, den Ball mit dem Trainer zehnmal „unfallfrei“ über das Netz zu spielen. Nehmen Sie den Schläger so in die Hand, dass Sie ein V zwischen Daumen und Zeigefinger von oben erkennen können. Stellen Sie sich seitlich hin, so dass die linke Körperhälfte und das linke Bein nach vorn zeigen, und gehen Sie leicht in die Knie. Halten Sie den Schläger fest, das Handgelenk darf nicht locker sein. Das ist die richtige Vorbereitung für die ersten Vorhandschläge. Und jetzt geht es los! Der Trainer wirft aus kurzer Entfernung langsam Bälle vors linke Bein. Nach dem Aufprallen wird der Schläger mit einer kurzen Bewegung „durch den Ball geschoben“. Diese geführte Bewegung spielt sich in einer Spanne von ca. 1,5 Meter ab. Zu Beginn braucht man beim Ausholen keine große Schleife zu machen, man hat sowieso keine Zeit dazu. Zuerst einmal geht es darum, den Ball gut und sauber zu spielen. Schauen Sie immer auf die gelbe Kugel, damit Sie sie vor dem Oberkörper treffen. Wenn das klappt, geht der Trainer zurück bis ans Netz und wirft die Bälle von dort zu. Achten Sie darauf, das Racket mit einer langsamen Vorwärts-aufwärts-Bewegung zum Ball zu bringen (Bildergalerie 1 und 2).

Sie werden sehen, dass man den Ball mit wenig Kraft kontrolliert übers Netz befördern kann. Als Nächstes werden die Bälle zwei bis drei Meter neben die Spielerin geworfen. Jetzt müssen Sie schon zum Ball laufen, um ihn schlagen zu können. In dieser Phase kann man mit einer flachen Schleife beim Ausholen beginnen, damit Schwung und Schlag geschmeidiger werden. Der Trainer wechselt seine Position und geht hinter das Netz. Von der T-Linie aus spielt er die Bälle sanft zu und die Spielerin versucht, die Bälle ruhig zurückzuspielen – wichtig ist die richtige Richtung der Bälle. Anfänger sollten mit weichen Bällen beginnen, weil man mit ihnen schneller ein Gefühl für den Ball bekommt.

 Mit Schwung verreißen Sie nicht

 Die Rückhand

Immer nach oben: Bei der Rückhand ist es wichtig, das Racket am Ende des Schwungs hochzuziehen, um ein Verreißen des Balles zu vermeiden.
Fassen Sie den Griff des Rackets so wie bei der Vorhand. Dann wird die Hand um etwa eine drittel Drehung nach links verschoben. Die linke Hand (bei Rechtshändern) fasst zur Stabilisierung ans Schlägerherz. Die Vorbereitung ist ähnlich wie bei der Vorhand – nur anders herum. Man stellt sich seitlich, lässt den Schlagarm locker hängen und führt das Racket nach hinten. Der Trainer lässt die Bälle vor dem rechten Fuß aufprallen, und die Spielerin führt den Schläger durch eine Schulterbewegung von unten nach oben. Der Oberkörper rotiert bei den ersten Versuchen nicht. Die Faust, die den Schläger hält, ist im Treffmoment leicht vor dem Schlägerkopf. So haben Sie die Gewähr, dass Sie den Ball gerade spielen. Wenn der Schläger die Hand „überholt“, kann man den Schlag nicht mehr kontrollieren.
 
Wichtig: Der Schlägerkopf muss immer von unten nach oben durch den Ball geführt werden. Um beide Schläge zu kombinieren, gibt es folgende Übung: Die Spielerin steht in Vorbereitungsstellung. Der Trainer wirft ihr links und rechts Bälle zu. Die Spielerin muss sich drehen und einen Schritt machen, um Vor- und Rückhand abwechselnd zu spielen. Dabei ist wichtig, dass bei der Vorhand der linke und bei der Rückhand der rechte Fuß übergesetzt wird. Der Griffwechsel wird durch die linke Hand, die am Herz greift, unterstützt.
 
 

Beinarbeit

Die optimale Körperentfernung zum Treffpunkt kann man nur über perfekte Beinarbeit erreichen. Das bedeutet, dass man den Körper bis kurz vor der Schlagbewegung in die richtige Dis­tanz zum Treffpunkt bringen muss. Beinarbeit wird in der Regel mit der Schnelligkeit des Spielers verbunden. Sie ist in diesem Bereich zwar sehr wichtig, was hilft es aber, wenn der Spieler rechtzeitig am Ort des Geschehens angelangt ist, dort aber falsch zum Ball steht und ihn verschlägt?
Im Zusammenhang mit der optimalen Entfernung zum Treffpunkt gibt es zwei wichtige Komponenten:
 

  • die präzise situationsgemäße Anpassung zum Schlagschritt
  • und ein langer Schlagschritt.

Es ist ein Unterschied, ob man zum Treffpunkt über eine längere Strecke mit hoher Geschwindigkeit laufen muss oder relativ viel Zeit zur Schlagvorbereitung hat. Im ersten Fall muss man vor allem die letzten zwei Schritte vor dem Schlagschritt richtig steuern, um anschließend einen langen Schlagschritt durchführen zu können. Im zweiten Fall ist eine Feinarbeit durch eher „tänzerische“ Schritte auf den Fußballen erforderlich.

Durch den langen Schlagschritt, der  etwas weiter als die Schulterbreite sein soll, wird die Stützfläche vergrößert. Diese befindet sich zwischen den Stützen, das heißt den beiden Füßen. Je länger sie ist, desto größere Stabilität ist während des Schlages zu erreichen. Dieser lange Schlagschritt wird im Anfängerunterricht meist unterschätzt, vernachlässigt oder sogar völlig vergessen.
Für die ideale Gleichgewichtsposition während des Schlages ist unter anderem die Position des Körperschwerpunktes entscheidend. Diese muss sich im Treffmoment innerhalb der Stützfläche befinden. Je länger der Schlagschritt ist, desto besser kann man durch minimale Korrekturen die Position des Schwerpunkts und somit die ideale Körperdistanz bis zum letzten Moment anpassen.
 

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